1. April: Ansiedlung von BYD ist leider eine Ente

Leider war unsere BYD-Ansiedlungsgeschichte nur ein Aprilscherz, das war vielen schnell klar. Es war zwar ein Scherz, aber nicht Jux und Tollerei, denn die Geschichte hat einen ernsten Hintergrund. Es gibt verschiedene Gründe, warum wir uns diese Geschichte ausgedacht haben:

  1. Gibt man bei Google „Landau Gewerbegebiet“ ein, sind alle Treffer 1-50 auf Landau in der Pfalz bezogen! Das sind die ersten 5 Seiten. Weiter haben wir nicht recherchiert. Zuerst dachten wir, die Lage wäre besser, aber das Gewerbegebiet „Landau Froschau“ ist leider auch nicht bei uns, sondern ebenfalls in Landau in der Pfalz. Im Internet existiert also kein Landauer Gewerbegebiet. Man muss schon wissen, dass das Gebiet „Landauer Wiesen“ heißt. Dann kommt man hierher: http://www.landau-isar.de/industrie_und_gewerbeflaechen.aspx. Das ist unserer Meinung nach im 21. Jahrhundert zu wenig.
  2. BMW baute in Dingolfing im Jahr 2011 Autos mit einem Marktwert von vermutlich über 15 Mrd. Euro.* Da ist es fast eine Kunst, als Nachbarort NICHT bzw. so wenig an dieser Wertschöpfung beteiligt zu sein (löbliche, aber gemessen an der Gesamtwertschöpfung kleine Ausnahmen: Dräxlmaier, Erl GmbH, kleinere Firmen, die für BMW in irgendeiner Form tätig sind).
  3. Landau könnte gar keinen großen Zulieferer ansiedeln, denn die Flächen dazu sind gar nicht vorhanden oder ausgewiesen. Die Landauer Gewerbegebiete wurden noch zu Bürgermeisterzeiten von Jürgen Stadler ausgewiesen. Die Verkehrsanbindung ist gut oder sogar sehr gut, die Grundstückspreise sind günstig. Trotzdem geschieht nicht allzu viel. Es sind vor allem unsere hervorragenden Landauer Handwerksbetriebe, die das Gebiet nach und nach bebaut haben.
  4. Die schwache Gewerbeentwicklung ist umso unverständlicher, wenn man sich die Verkehrsanbindung vor Augen führt. Wie ist es möglich, dass z. B. UPS an einem extrem schlecht erreichbaren Standort zwischen Otzing und Plattling sitzt, aber eine Paketdienstansiedlung in Landau noch nie ein Thema war?
  5. Mögliche Ansiedlungen wie die von Claas wurden von der Stadt Landau einfach nicht so unterstützt, wie das nötig gewesen wäre. Claas geht jetzt mit Lager, Werkstatt etc. nach Arnstorf. Das hätte auch eine Landauer Erfolgsgeschichte werden können!
    http://suedostbayern.claas-partner.de/codealer.html?selected_dealer=21293932

Landau gefällt mir ist der Meinung, dass es durchaus möglich wäre, mehr Betriebe in Landau anzusiedeln, um die Zukunft Landaus zu sichern und die Gewerbesteuereinnahmen zu erhöhen. Das geschieht aber nicht von selbst, dazu muss Landau aktiv werden. Als Grundvoraussetzung sehen wir da eine vernünftige Darstellung im Internet.

Zieht man den Strukturbericht der IHK für Niederbayern heran (http://www.ihk-niederbayern.de/uploads/media/Strukturdaten_2012.pdf), sieht man, dass Niederbayern DIE Boomregion in Bayern und Deutschland ist mit mehr als 30% Wirtschaftswachstum seit 1999. Dabei sticht unser Landkreis Dingolfing-Landau nochmals speziell heraus, hier waren es über 40% Wachstum zwischen 1999 und 2009. Das BIP pro Kopf beträgt fast 40.000 Euro, ein sehr hoher Wert, der auch auf eine sehr hohe Kaufkraft schließen lässt. Da möchte man doch glauben, dass mehr für Landau drin wäre.

(*) Schätzung von „Landau gefällt mir“, nach BMW-Angaben wurden 2011 in Dingolfing 343.000 Fahrzeuge gebaut. Ein Verkaufspreis von durchschnittlich 50.000 Euro ergäbe einen Umsatz von mehr als 17 Mrd. Euro. Da in Dingolfing hauptsächlich teure Autos der Marke BMW gebaut werden, sollte das realistisch sein.

5 Gedanken zu “1. April: Ansiedlung von BYD ist leider eine Ente

  1. Eine so einfache Recherche führt zu diesem Ergebnissen und zu „diesem Bild“ von Landau a.d. Isar in punkto Industrieansiedlung. Kein schönes Bild.

  2. Eigentlich schade dass es nur ein Aprilscherz war… Für mich als Landauerin UND München-Pendlerin wäre es toll, wenn in und um Landau solch interessante Arbeitsplätze geschaffen werden würden.
    Ich denke dass viele Landauer Abiturienten wieder zurück kommen würden, wenn die Möglichkeit bestünde.
    Wem geht’s noch so?

  3. Es ist tatsächlich ein Trauerspiel dass die Stadt Chancen immer wieder verspielt, die nächste Chance die augenscheinlich gerade verspielt wird ist die Fachhochschulkooperation. Hier scheint die Stadt nicht mit den richtigen Konzepten auf die Verantwortlichen zuzugehen. Wenn uns Landau weiter gefallen soll muss diese Lethargie abgestellt werden.

    • Servus,

      in der BV (Bürgerversammlung) am 28.2.2013, erklärte BgM Brunner, das im März 2013 Gespräche der FH geführt werden. Die übliche Standardantwort in seinen BV. Ohne Nachfragen kommt da nix mehr. Wenn man dann liest, dass der Technologie Campus Grafenau-Neudorf in Zusammenarbeit mit der TH DEG ein Forschungsprojekt zugeteilt bekommt, dann ist wieder eine Chance vertan.
      Die Anzahl der Bedenkenträger ist im Moment in Landau leider sehr hoch.

      Gruß
      Der Uwe

      • Hallo Uwe,

        vielen Dank für den Beitrag. Dieses Thema haben wir bereits in unserer Analyse festgestellt. Wir wissen auch, daß hier Gespräche geführt werden und wurden. Im Hintergrund bearbeiten wir das Thema bereits und werden in kürze auch hier aktiv werden.

        Gruß
        Alex

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